Helene Lanz

Haldenstrasse 63

4900 Langenthal

Psychosynthese und Ihr Begründer

Zu sein, was wir sind, und zu werden, was wir werden können, ist der einzige Sinn des Lebens.
Robert Louis Stevenson

Roberto Assagioli 1888-1974

Der Gründer und Vater der Psychosynthese war ein italienischer Psychiater, Neurologe, Psychologe und Philosophe. Er studierte Psychotherapie, Theosophie, östliche Religionen, war vielsprachig und interessierte sich für Literatur, Esoterik und Spiritualität.
Er war einer der ersten modernen Psychoanalytiker, und gehörte zu den Wegbereitern der Psychoanalyse in Italien. Er trug in grossem Ausmasse zur Entwicklung der humanistischen und transpersonalen Psychologie bei und kann als einer der Begründer der psychosomatischen Medizin gesehen werden. Bereits 1920 sprach er schon von Musik und Farbtherapie und von einer Psychologie der Gesundheit.

Doch bei allen bestehenden psychologischen Konzepten fehlte Ihm das, was für ihn gerade den tiefsten Kern des Menschseins ausmachte, das Selbst.
Er ging davon aus, dass wir nicht eine Persönlichkeit sind, und eine Seele haben, sondern, dass wir eine Seele sind und eine Persönlichkeit haben, um uns im Leben und in der Welt zu bewegen und auszudrücken, was zu einer völlig anderen Sichtweise führt.

Seine Absicht war es die Gesamtheit des Menschen zu erfassen, und nicht nur einige Aspekte. Er entwickelte eine Psychologie mit Willen, Herz und Seele, in der alle Ebenen der menschlichen Psyche eine Berechtigung hatten, von der archaischsten und kindlichsten, dem tieferen Unbewussten bis hin zur universellsten und kreativsten, der Quelle aller Inspirationen und Intuitionen, dem Selbst. Eine Psychologie, die nicht nur auf das äussere Verhalten schaut und auf das, was messbar ist, sondern auch auf den Reichtum unserer inneren Welt, die voller Bilder, Emotionen, Intuitionen und Erinnerungen ist.
Er wies immer wieder daraufhin, dass die Arbeit vom Individuum bis hin zur globalen Ebene notwendig ist, um in Frieden miteinander leben zu können. Das heisst, die Arbeit, die mit der persönlichen Psychosynthese beginnt, mündet automatisch in eine umfassende Weltverantwortung hinein. Jeder Mensch ist wichtig als Individuum und als Teil des grossen Ganzen, und jede Handlung eines jeden Menschen hat seine Wirkung.

1974 starb Roberto Assagioli in Florenz. Er hinterliess mit der Psychosynthese eine Vision von der Entwicklung des Menschen, die verbinden wollte, zwischen verschiedenen Schulen, Weltanschauungen, Religionen und Denkweisen.
Wir alle stehen in Verbindung miteinander, nicht nur sozial und auf körperlicher Ebene, sondern auch über den Strom unserer Gedanken und Emotionen, die einander durchdringen… Verantwortungsgefühl Verständnis, Mitgefühl, Liebe und Respekt sind die wahren Glieder der Kette, die uns verbindet, und sie müssen in unseren Herzen geschmiedet werden.

Der erste Schritt besteht darin, dass wir uns all dessen bewusst werden, was in uns existiert und wirkt. Der zweite Schritt ist dann, zu entdecken, was wir in Wirklichkeit sind: das Selbst, das spirituelle Ich, der Beobachter der menschlichen Tragikomödie.
Roberto Assagioli